Illustriertes Bild eines Kopfes in Blautönen gehalten. Symbolisiert Innovation und Fortschritt.
ryzhi/stock.adobe.com

Zukunftsthemen im Blick: Beratung zu Innovation und Technologie, Umwelt und Energie

Die Beauftragten für Innovation und Technologie, Umwelt und Energie (BIT) der Handwerkskammer für Unterfranken beraten Betriebe bei Fragen in den Bereichen Umwelt, Energie und Innovation. Ihr Ziel: die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks durch die systematische Steigerung der Innovationsbereitschaft und -fähigkeit sowie die Verbesserung des Wissens- und Technologietransfers ins Handwerk zu erhöhen. Im Interview stellt BIT-Beauftragte Tatjana Horst konkrete Beratungsangebote für Unternehmen vor.

Mit welchen Fragen können sich Unternehmen an Sie wenden?

Tatjana Horst: Das Spektrum ist sehr breit gefächert, beginnend mit Themen wie Energieeffizienz im Betrieb, Potenziale erneuerbarer Energien, Reduktion von Energiekosten und Energieautarkie. Wir beraten auch zu den gesetzlichen Vorgaben und passenden Fördermitteln in diesem Bereich. Darüber hinaus bieten wir in Kooperation mit zwei Partnern Energierahmenverträge für Strom und Gas. Außerdem unterstützen wir bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung, CO2-Bilanzierung und Prozessoptimierung. Potenziale der Digitalisierung, sowie Hochschulprojekte und Innovationen sind ebenfalls wichtige Bereiche.

Sie haben Fördermöglichkeiten angesprochen. Auf welche Herausforderungen stoßen Sie hier in Ihrer Beratungspraxis?

Da gibt es gleich mehrere Herausforderungen: Ständige politische Änderungen und Anpassungen erschweren die Planung der Betriebe und hemmen damit wichtige Zukunftsinvestitionen. Viele Förderprogramme sind zudem nicht auf die Anforderungen kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe zugeschnitten. Denn kleine Handwerksbetriebe verzeichnen geringe Betriebsstunden und haben bereits einen effizienten Ressourceneinsatz, sodass die Förderhöhen kaum die Kosten eines Energieberaters übersteigen – dies gilt zumindest für Anlagen, die nicht im Dauereinsatz betrieben werden.

Außerdem fehlen passende Fördermittel für wichtige Transformationsbereiche wie Digitalisierung, Robotik und erneuerbare Energien. Positiv und durch die Handwerksbetriebe gut genutzt sind hingegen die Fördermittel zur Gebäudesanierung sowie spezielle Programme für das Lebensmittelhandwerk und der Digitalbonus für Betriebe unter 50 Mitarbeitenden.

Auch die Digitalisierung gehört zu Ihrem Beratungsportfolio. Wie sind die unterfränkischen Unternehmen hier Ihrer Ansicht nach bislang aufgestellt?

Die unterfränkischen Unternehmen sind im Bereich Digitalisierung gut aufgestellt. Viele haben Außenauftritt, Buchhaltung, Kundenverwaltung und Warenwirtschaftssysteme bereits erfolgreich digitalisiert. Herausforderungen sehen wir allerdings oft bei den Schnittstellen der Softwarelösungen, besonders bei gewerkespezifischen Anwendungen. Manche sind nicht kompatibel oder vom Hersteller nicht freigegeben, was zu parallelen und analogen Lösungen führt. Ein Beispiel hierfür sind Schreiner, die CAD, Lagerhaltung und Kalkulation nicht immer nahtlos verbinden können, oder Metzger, die ihre Waagen- und Kassensysteme nicht in Echtzeit mit automatischer Nachbestellung kombinieren können. Digitalisierungspotential gibt es zudem noch bei Arbeitszeiterfassung, Lieferantenmanagement, digitaler Auftragsakte und bezahlbaren Lösungen für Kleinstbetriebe.

Wie innovativ sind die Handwerksbetriebe in Unterfranken?

Wir haben viele Hidden Champions, die Global Player aus aller Welt wie Apple, NASA, Siemens, Bosch usw. beliefern. Diese Betriebe überzeugen durch Qualität, Innovationsgeist und Zuverlässigkeit. Viele haben ihre Produktion vollständig digitalisiert, arbeiten ressourceneffizient oder sind energieautark aufgestellt. Nachhaltige und zukunftsorientierte Unternehmensführung ist für diese Betriebe selbstverständlich. Dennoch bleibt viel unter dem Radar. Deshalb appellieren wir an die Betriebe, sich bei unserer BIT-Stelle zu melden und ihre Erfolgsgeschichten zu teilen.

Welche Themen werden die Unternehmen mittel- und langfristig beschäftigen, womit sollten sie sich beschäftigen?

Mittel- und langfristig gehört dazu die Nachhaltigkeitsberichterstattung, also Daten zu Ressourcenverbräuchen, der unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsstrategie sowie dem ökologischen und sozialen Engagement, die Betriebe für die Kreditvergabe oder als Teil einer Lieferkette bereitstellen müssen. Das Baugewerbe wird künftig Building Information Modeling (BIM), zirkuläres Bauen und serielles Sanieren immer stärker beschäftigen. Angesichts steigender Netzentgelte wird auch die Erzeugung von Energie vor Ort oder im Verbund durch Energiedirektlieferverträge eine immer größere Rolle spielen. Prozessoptimierung sowie der Einsatz von KI und Robotik sind ebenfalls wichtige Zukunftsthemen, denn mit ihnen können Unternehmen den Fachkräftemangel abfedern.

 

Ansprechpartnerin

(M. A.) Tatjana Horst

Beauftragte für Innovation und Technologie, Umwelt- und Energie (BIT)

Tel. 0931 30908-1168

Fax 0931 30908-1668

t.horst--at--hwk-ufr.de